Grüner Star - was ist das?
Grüner Star – oder Glaukom – ist eine Bezeichnung für eine ganze Gruppe von Augenerkrankungen. Bei Betroffenen wird langsam der Sehnerv geschädigt: Dort, wo die Nervenzellen der Netzhaut unwiderruflich zerstört werden, entstehen bleibende Gesichtsfeldausfälle. Das Gefährliche: Grüner Star entwickelt sich schleichend. Erste Krankheitsanzeichen kann der Augenarzt am Sehnerv frühzeitig erkennen. Wenn der Patient jedoch bemerkt, dass etwas mit seinen Augen nicht stimmt, ist die Erkrankung meistens schon weit fortgeschritten. Spätestens dann sollte man zum Augenarzt gehen. Grüner Star ist weiter verbreitet, als man denkt. In Europa gehört er zu den häufigsten Ursachen für Erblindung.
Wie entsteht Grüner Star?
Häufig ist Grüner Star mit einem erhöhten Augeninnendruck verbunden. Dieser ist der wichtigste medikamentös beeinflussbare Risikofaktor. Der Mechanismus, wie Grüner Star entsteht, ist im Detail noch nicht bekannt. Es liegt jedoch ein verminderter Abfluss des Kammerwassers vor. Durch die Flüssigkeit, die sich im Auge ansammelt, erhöht sich der Augeninnendruck. Der Sehnerv kann dadurch chronisch geschädigt werden.
Könnte es auch mich treffen?
In der Schweiz leiden etwa 150’000 Menschen an Grünem Star. Bis zu drei Prozent der Bevölkerung ab 40 Jahren sind betroffen. Erschreckend ist: Im Alter zwischen 40 und 80 Jahren nimmt die Zahl der Erkrankten um das Zehnfache zu. Bereits 65-Jährige leiden dreimal häufiger an Grünem Star als 40-Jährige. Aber längst nicht alle Betroffenen lassen sich behandeln. Nur etwa jeder Zweite weiss von seiner Krankheit. Ohne Behandlung kann Grüner Star über Jahre hinweg zum Erblinden führen.
Wie entsteht der Augeninnendruck?
Das Auge produziert im Innern Kammerwasser. Dieses liefert unter anderem die Nährstoffe für Hornhaut und Linse und zirkuliert im Auge. Innerhalb dieses Systems fliesst ein Teil des Kammerwassers ab. Der Augeninnendruck wird durch das Kammerwasser aufgebaut. Wird mehr Kammerwasser produziert als abfliesst, erhöht sich der Augeninnendruck.
Fit und trotzdem krank
Der erhöhte Augeninnendruck verursacht fatalerweise keine Schmerzen und wird darum oft nicht oder zu spät erkannt. Man fühlt sich fit, hat keine Beschwerden und doch stimmt etwas nicht. Das Risiko für Grünen Star steigt. Dieser ist oft verbunden mit einem erhöhten Augeninnendruck – jedoch nicht immer. Bis zu zehn Prozent der über 40-Jährigen haben einen erhöhten Augeninnendruck. Mit dem Alter nimmt die Zahl der Betroffenen zu.
Risikofaktoren für Grüner Star
- Erhöhter Augeninnendruck
- Alter
- Familiäre Belastung
- Zuckerkrankheit
- Hoher Blutdruck
- Kurzsichtigkeit
Was ist der Unterschied zwischen erhöhtem Augeninnendruck und Grünem Star?
Der erhöhte Augeninnendruck entsteht, wenn das Auge mehr Kammerwasser produziert, als abfliesst. Dadurch kann der Sehnerv geschädigt werden. Diese Schädigung wird Grüner Star genannt.
Wie schnell verläuft die Krankheit Grüner Star?
Normalerweise entwickelt sich diese Augenerkrankung über Jahre hinweg. Dieses Schleichende ist das Gefährliche an der Krankheit. Man merkt lange nicht, dass man davon betroffen ist.
Wann muss ich zum Augenarzt?
Ab dem 40. Lebensjahr sollte man seine Augen unbedingt regelmässig beim Augenarzt kontrollieren lassen. Denn mit dem Alter wird oft auch eine Lesebrille notwendig. Warum dann nicht beim Augenarzt gleich auch den Augeninnendruck messen lassen?
Risikopatienten sollten Ihre Augen schon früher untersuchen lassen. Zum Beispiel wenn in der Familie Grüner Star vorkommt. Auch für Diabetiker ist es wichtig, dass sie regelmässig zum Augenarzt gehen.
Wie merke ich, dass ich Grüner Star habe?
Nur der Augenarzt kann erkennen, ob Sie Grüner Star haben. Da man einen erhöhten Augeninnendruck nicht spürt und sich Grüner Star schleichend und lange unbemerkt entwickelt, ist die Früherkennung sehr wichtig. Lassen Sie deshalb Ihre Augen regelmässig untersuchen. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung bringt Erfolg.
Was passiert beim Augenarzt?
Der Augenarzt wird für die Diagnose nach Risikofaktoren wie dem Augeninnendruck suchen. Für die Messung des Augeninnendruckes – auch Tonometrie genannt – stehen heute verschiedene Geräte zur Verfügung. Eine Augenuntersuchung ist dabei weder unangenehm noch gefährlich. Auch die Beurteilung des Sehnervenkopfes (oder Papille), des Kammerwinkels und des Gesichtsfeldes spielen für die Diagnose eine Rolle. Für die Untersuchung des Gesichtsfeldes gibt es computergestützte und auch manuelle Tests.
Wie gross ist mein Risiko, an Grünem Star zu erkranken?
Wenn Sie nur eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten, dann sollten Sie
regelmässig – etwa alle zwei Jahre – Ihren Augenarzt aufsuchen.
- Sind Sie über 40 Jahre alt?
- Haben Sie einen erhöhten Augeninnendruck?
- Sind Sie kurzsichtig?
- Leiden Sie an Bluthochdruck?
- Kommt in Ihrer Familie Grüner Star vor?
- Leiden Sie an Diabetes?
Eine Therapie ist möglich
Bei rechtzeitiger Behandlung von Grünem Star lässt sich eine mitunter schwere, bis zur Erblindung führende Sehbehinderung fast immer verhindern. Der erhöhte Augeninnendruck ist der wichtigste medikamentös beeinflussbare Risikofaktor. Ihr Augenarzt wird Ihnen möglicherweise Augentropfen zur Senkung des Augeninnendruckes verschreiben. Sie sind Standard bei der Behandlung von Grünem Star. In Ausnahmefällen werden Tabletten verschrieben. Operationen und Laserbehandlungen kommen als letzte Massnahmen in Frage.
Welche Therapie?
Wichtig bei der Wahl der Behandlung sind die Wirkungs- und Verträglichkeitsprofile. Unter den Therapien zu nennen wäre, neben den Betablockern, die heute verbreitete Wirkstoffklasse der Prostaglandin-Analoga. Ebenfalls von Bedeutung ist eine einfache Anwendung. So kann eine nur einmal täglich notwendige Anwendung für den Patienten die Behandlung erleichtern. Solche Augentropfen wirken auch die Nacht hindurch.
Wer an Grünem Star leidet, muss ständig und oft lebenslang behandelt werden. Bestehende Schädigungen des Sehvermögens können nicht rückgängig gemacht werden. Das Ziel der Therapie ist eine Stabilisierung des Sehvermögens. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Krankheit ist darum zentral.
Richtig angewendet
Hat Ihnen Ihr Augenarzt Augentropfen verschrieben? Nehmen Sie sich täglich genug Zeit, um die verordneten Tropfen gewissenhaft einzuträufeln. Tropfen Sie immer zur selben Zeit und träufeln Sie immer nur einen Tropfen ein. Kneifen Sie nach dem Tropfen nicht die Lider zu und ziehen Sie nicht zu stark am Unterlid, sonst geht zu viel Wirkstoff verloren.
Möchten Sie mehr Informationen rund um das Thema Grüner Star?
Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt.